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Kuddel
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Viele Kinder leben in Pflegefamilien

from Kuddel on 05/17/2019 03:15 PM

Waren es 2008 noch ca. 60.000 Kinder, die in Pflegefamilien in Vollzeitpflege untergebracht waren, so ist die Zahl der Vollzeit-Pflegekinder auf über 81.000 im Jahr 2017 gestiegen.
Der Großteil der Kinder und Jugendlichen in Pflegefamilien kommt nach Angaben der Bundesregierung aus sozial schwachen Verhältnissen: 78 Prozent der Kinder stammen demnach aus Herkunftsfamilien, die Transferleistungen beziehen, 55 Prozent aus Alleinerziehendenhaushalten.



Ich komme wieder, keine Frage

Reply Edited on 05/17/2019 03:16 PM.

Rosamunde
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Heute Abend 22.15 Uhr bei Stern TV auf RTL

from Rosamunde on 05/08/2019 02:28 PM

Das sind unsere Themen diese Woche:

 

Kampf gegen „Romance Scammer": Wie Frauen Liebesbetrüger in die Falle locken
Missbrauchsfall Lügde: Warum werden selbst beim Abriss des Tatorts noch brisante Datenträger gefunden?
Bereitschaftspflege: Wenn Frauen fremde Kinder großziehen – und dann wieder abgeben müssen
Gleiche Farbe, gleiches Kennzeichen: Warum Kriminelle fremde Autos kopieren
Entrümpeln nach „KonMari": Das Finale des stern TV-Aufräum-Experiments

stern TV, Mittwoch, 08 Mai 2019, ab 22:15 Uhr live bei RTL


Quelle: https://www.sterntv.de/unsere-themen-dieser-woche?fbclid=IwAR3jh9t9ZMSoe60lZff8geXZpixibf5995GTM2hzhIGlSpnrKjMAsnRFoF4    08.05.2019    14.30 Uhr

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"Leben ist Zeichnen .... ohne Radiergummi "

Reply Edited on 05/08/2019 02:30 PM.

Rosamunde
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Sozialarbeiterin "Auf Partys überlege ich mir gut, ob ich sage, dass ich beim Jugendamt arbeite"

from Rosamunde on 05/07/2019 08:06 PM

Zwischen Wunsch und Wirklichkeit ist in vielen Berufen jede Menge Platz. In der Serie "Das anonyme Job-Protokoll" erzählen Menschen ganz subjektiv, was ihren Job prägt - ob Tierärztin, Staatsanwalt oder Betreuer im Jobcenter.

 

Manchmal komme ich in Familien, da spüre ich sofort: Hier stimmt was nicht. Da sagt mir mein Bauchgefühl, dass die Eltern ihre Kinder schlagen. Auch wenn die Mutter, der Vater oder auch das Kind selbst mauern und alles abstreiten.

Doch vor Gericht zählt das nicht - da ist es besser, wenn man einen Arztbericht mitbringt, in dem etwas von "stumpfer Gewalteinwirkung" steht.

Am schwersten ist, dass ich nicht alle Kinder schützen kann. Es gibt Fälle, da bin ich mir sicher, dass das Kind woanders besser aufgehoben wäre. Je länger ein Kind in einer Familie aufwächst, in der es geschlagen wird oder mitansehen muss, wie der Vater die Mutter schlägt, desto mehr Zeit braucht es auch, um zu heilen. Aber die rechtlichen Hürden sind oft so hoch, dass ich es nicht schaffe, es aus der Familie zu holen. Das ist sehr frustrierend.

Ich arbeite seit acht Jahren beim Jugendamt in einer deutschen Großstadt und betreue im Schnitt zwischen 50 und 70 Familien. Da bleibt wenig Zeit, sich intensiv mit den einzelnen Familien zu beschäftigen. Das macht es nicht einfacher.

Deshalb habe ich meine Risikoliste, sie existiert nur in meinem Kopf. Auf dieser Liste habe ich die Fälle vermerkt, die mir hochgehen könnten. Ein Beispiel: Ich habe mal eine junge Frau betreut, deren Angehörige ihr den Ehrenmord angedroht haben. Sie wollte aber nicht weg von ihrer Familie. Der Fall stand lange Zeit ganz oben auf meiner Liste.

Oder der junge Flüchtling, bei dem ich plötzlich unsicher war, ob er sich gerade radikalisiert. Heute betreue ich ihn nicht mehr. Aber wenn irgendwo ein Anschlag verübt wird, schaue ich immer direkt: Kenne ich den?

Fotostrecke

30 Bilder
Das anonyme Job-Protokoll: So sieht der Alltag wirklich aus
"Normal" gibt es auch sonst bei meiner Arbeit nicht. Einmal habe ich mit einer Kollegin einen Hausbesuch gemacht, da lag die Kacke buchstäblich im Kinderzimmer. Auch der Rest der Wohnung war völlig verdreckt. In so einer akuten Gefährdungslage entscheiden wir direkt, die Kinder in Obhut zu nehmen.

Das bedeutet, dass die Kinder erst einmal kurzfristig betreut werden, zum Beispiel in einer Wohngruppe. In dieser Zeit wird entschieden: Kann das Kind zu seinen Eltern zurück? Und was muss passieren, damit das klappen kann?

In diesem konkreten Fall haben wir der Mutter ein Putztraining vermittelt, damit wieder Struktur in den Haushalt und den Alltag der Familie kommt. Wenn die grundsätzliche Einstellung der Eltern stimmt und sie einsehen, dass sich etwas verändern muss, dann kommen die Kinder im Normalfall auch wieder zurück.

In meinem privaten Umfeld erlebe ich immer wieder, dass viele Menschen sehr hohe Ansprüche an die Arbeit des Jugendamts haben. Einerseits sollen wir die Kinder schützen, andererseits dürfen wir sie nicht zu schnell aus den Familien nehmen. Auf Partys überlege ich mir deshalb sehr gut, ob ich sage, dass ich beim Jugendamt arbeite. Meist erzähle ich lieber, dass ich Sozialarbeiterin bin.

Die meisten Leute haben keine Ahnung, was ich in meinem Beruf so mache. Wenn ich mal bei Bekannten zu Hause bin und das Kind ausnahmsweise vormittags Fernsehen guckt, heißt es dann: "Das ist jetzt aber nicht immer so!" Die haben total Angst, weil ja das Jugendamt zuschaut. Und ich denke mir nur: Hier ist doch alles völlig in Ordnung. In meinem Arbeitsalltag habe ich mit ganz anderen Problemen zu tun.

Zum Glück gibt es aber auch gute Momente in meinem Job, sonst würde ich ihn längst nicht mehr machen. Einmal habe ich es geschafft, ein Mädchen aus seiner Familie zu holen. Es hatte schweren sexuellen Missbrauch erlebt - alle Familienmitglieder waren entweder selbst Täter oder hatten weggeschaut.

Dieses Mädchen fragte ich am Tag seiner Inobhutnahme, wie es ihm gehe. Der Moment, in dem ein Kind seine Familie verlässt, ist sehr sensibel und häufig schwierig. Sie sagte: "Heute ist ein guter Tag." Davon habe ich lange gezehrt.

Quelle: Spiegel.de

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"Leben ist Zeichnen .... ohne Radiergummi "

Reply Edited on 05/07/2019 08:25 PM.

Rosamunde
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Schnelle Entscheidung für das Kindeswohl

from Rosamunde on 05/06/2019 08:53 AM

Lieber Leser, dieses Interview liegt mir sehr am Herzen. Ich möchte mit einem Vorwort beginnen, welches nach meinem Empfinden auch sehr gut zum Beitragsbild passt, und damit auch zum heutigen Thema. Bei dem Vorwort handelt es sich nicht um meine Worte, sondern um die Worte von Tabea, die auch meine heutige Interviewpartnerin ist.

 

Bitte lass diese Worte wirken und stelle dir folgendes vor:
Du bist bspw. 1 ½ Jahre alt, du wirst aus deinem gewohnten zu Hause gerissen und bei Fremden untergebracht. Deine Eltern (egal, WIE sie sind – es sind deine Eltern, die du lieb hast) siehst du ab diesem Zeitpunkt nur noch ein bis zwei Mal in der Woche für jeweils eine Stunde – wiederum in fremder Umgebung unter Beobachtung von noch mehr Unbekannten. Nach einigen Wochen fängst du an, dich zu arrangieren – die Kinder bei den Fremden sind nett und lustig, die Erwachsenen sind auch okay, du kriegst Essen und Trinken, kannst spielen, erlebst Freud und Leid, durchlebst Frühling, Sommer, Herbst und Winter – einfach Familienleben. Alles wird irgendwann einfacher, normaler für dich. Du gehörst dazu! Und dann kommt der Zeitpunkt (vielleicht bist du dann schon 3 Jahre alt?), an dem du da PLÖTZLICH UND SCHON WIEDER weg musst. Alles, was normal und gewohnt war, ist abermals verschwunden.

Das Interview zur Online Petition
Liebe Tabea, direkt zu Anfang möchte ich dir sagen, dass es großartig ist, Menschen wie dich kennenzulernen. Menschen, die unsere Gesellschaft zu einem besseren Ort machen möchten, und zwar den schwächsten und kleinsten Mitgliedern. Bevor wir uns diesen zuwenden, ist es auch wichtig etwas über dich zu erfahren. Daher erzähle mir doch ein wenig von dir und stelle dich kurz vor.
Hallo Nadja, erst einmal DANKE für die Möglichkeit, die Du hier bietest, einen Blick hinter Kulissen zu werfen: Einblicke in ganz normal-verrückte Familien, aber auch Einblicke in die Ecken unserer Gesellschaft, wo man nicht so befreit hinschauen mag. Beides finde ich wichtig und hilfreich. Ich – 40 Jahre, verheiratet, gesegnet mit drei gesunden Kindern im Alter von 12, 10 und sieben Jahren. Ich bin Ergotherapeutin, gesellschaftsspielfreudig,freikirchliche Christin, Leseratte und FC-Fan (ob es da Zusammenhänge gibt, kann ich nicht sagen).
Neben diesen tragenden Säulen in meinem Leben ist da auch noch unsere Arbeit als Bereitschaftspflege-Familie. Wir nehmen Kinder vorübergehend bei uns auf, die (aus welchen Gründen auch immer) nicht in ihren Herkunftsfamilien verbleiben können.
Tabea, du bist wirklich eine Powerfrau. Kannst du mir sagen, wie es dazu kam, dass du Bereitschaftspflege-Mutter geworden bist?
Nun, wir haben uns als Eltern seit unserem ersten Kind immer gegenseitig daran erinnert, dass jede Zeit mit unseren Kindern etwas Besonderes ist. Wenn es sehr stressig, aufregend oder absolut nervig war, hat mir das immer geholfen. Jedes Alter hat etwas Tolles – sowohl wir als Eltern, als auch unsere Kinder möchten das bewusst durchleben.
Uns war aber auch klar, dass es viele Kinder gibt, denen es nicht so gut geht, wie unseren eigenen. So haben wir gespendet – an SOS-Kinderdörfer oder Kinderhospize...
Irgendwann jedoch haben wir gemerkt: das reicht uns nicht! Für Kinder, die direkt neben uns leiden, müssen wir etwas TUN. Wir haben uns beim Jugendamt gemeldet, und als unser Jüngster vier Jahre alt war, hatten wir das erste Kind in der Bereitschaft bei uns.
Wie wird man eigentlich genau Bereitschaftspflege-Mutter? Kann jeder Bereitschaftspflege-Mutter werden? Gibt es Auflagen o. ä.?
Ich habe bei unserem Jugendamt angerufen und nachgefragt, wohin ich mich wenden muss, wenn wir eine Bereitschaftspflegefamilie werden wollen. Dann mussten wir ein kleines Prozedere durchlaufen – Gespräche, Hausbesuche, Fragebögen, ärztliches Attest, polizeiliches Führungszeugnis. Am Ende hat's gereicht. Voraussetzungen gibt es einige, aber keine festgelegten – es ist von Amt zu Amt (oder von Träger zu Träger), von Stadt zu Stadt, von Kreis zu Kreis, von Land zu Land unterschiedlich. Klar, man sollte irgendwie Erfahrungen in der Erziehung oder pädagogische Kenntnisse haben, man sollte belastbar sein (jedes Kind bringt einen Rucksack mit seiner bisherigen Lebensgeschichte mit), je nach Alter des Kindes wenigstens ein freies Bett im Haus, und finanziell auf festen Füßen stehen. In den letzten Jahren wurde an der Gewinnung neuer Bereitschaftspflegefamilien viel gearbeitet.
Inzwischen ist oft ein Kurs notwendig, wo man auf diese Aufgabe vorbereitet wird. Das ist natürlich sinnvoll! Wer sich damit beschäftigt, Bereitschaftspflegefamilie zu werden, muss einfach in seinem Umkreis nachfragen, welche Voraussetzungen mitgebracht werden sollten.
Seit wann bist du Bereitschaftspflege-Mutter und wie viele Kinder befanden sich bisher in deiner Obhut?
Wir machen die Bereitschaftspflege seit fast vier Jahren. Im Moment haben wir das siebte Kind bei uns (der kürzeste Verbleib waren sechs Wochen, der längste Verbleib 13 Monate.
Was ist deiner Meinung nach die größte Herausforderung als Bereitschaftspflege-Mutter? Welche Punkte unterscheiden den Alltag einer Bereitschaftspflege-Mutter vom Alltag einer gewöhnlichen Mama?
Der Alltag einer "gewöhnlichen" Mama sieht kaum anders aus, als der einer Bereitschaftspflege-Mutter. Klar, kommen ein paar "Extras" dazu: es finden regelmäßig geplante Treffen mit der Herkunftsfamilie statt (meist zwei Mal wöchentlich für eine Stunde, das ist aber alters- und perspektivabhängig), man schreibt Verlaufsberichte über das Kind (wie verhält und entwickelt sich das Kind in den verschiedenen Bereichen) oder muss eventuell spezielle Ärzte oder Therapeuten aufsuchen.
Die größte Herausforderung allerdings ist, einem völlig fremden Kind erst Nestwärme und Struktur, dann Kraft und Selbstbewusstsein für den weiteren Lebensweg mitzugeben. Bei den eigenen Kindern hat man dafür Jaaaaahre Zeit – vom Babyknuddeln bis zum Auszug. Hier muss man immer den Gedanken im Kopf und Herz behalten "KIND, DU BIST GAST".
Ist es emotional nicht sehr belastend, ein Kind wieder aus seiner Obhut geben zu müssen, zu dem schon eine emotionale Bindung besteht? Das ist es sicherlich auch für das Kind, welches sich bei euch als Bereitschaftspflege-Familie in Obhut befindet?
Ja, natürlich! Und je länger so ein Kind bei uns "zu Gast" ist, umso schwerer wird es. So ein Kind findet sich ja ganz schnell ein – es arrangiert sich erst, dann lebt es sich ein, dann wird es wie selbstverständlich Teil der Familie. Es teilt den Alltag mit uns – von Montag bis Sonntag, 0.00 Uhr bis 23.59 Uhr, Januar bis Dezember, Winter bis Herbst, alle Geburts- und Feiertage.
Abhängig ist es aber auch davon, wohin wir das Kind "weitergeben" – geht es zurück in seine Familie? Hat sich dort soweit alles gefestigt und wird das Kind es dort gut haben oder haben wir Bauchweh, wenn wir daran denken? Geht es in eine Dauerpflege? Wird es dort auf liebe Eltern, vielleicht Geschwister und Haustiere treffen, behalten wir den Kontakt, können wir hin und wieder erfahren, wie es dem Kind geht? Solche Sachen erleichtern oder erschweren den Abschied.
An dieser Stelle möchte ich gerne auf deine Petition zu sprechen kommen. Du hast eine Online-Petition ins Leben gerufen, die sich an den Petitionsausschusses des Bundestages, Frau Bundesministerin Giffey und Frau Bundesministerin Barley, richtet. Du forderst in dieser eine schnellere Entscheidungen für das Kindeswohl. Damit meinst du vor allen Dingen die Zeit, die es braucht, bis entschieden wird, wie es mit dem Kind weitergeht. Diese ist wohl sehr von der Perspektivklärung abhängig. Was verstehe ich genau darunter?
Ja, diese Begriffe immer! Aus eigener Erfahrung und aus den Erfahrungen anderer Bereitschaftspflegefamilien sehen wir, dass dieser Prozess der Entscheidung – wo wird die Zukunft des Kindes stattfinden? – oft lahmt. Das hängt an vielen Faktoren. Angefangen von den Jugendamtsmitarbeitern (die einfach zu viele Kinder, Jugendliche und Familien begleiten und Entscheidungen für diese zu treffen haben), weiter über die Gerichte (letztlich hörte ich, dass hier im Umkreis ein Familienrichter auf seinem Schreibtisch durchschnittlich 80 "Fälle" zu liegen hat), die Herkunftsfamilien (viele Mütter und Väter möchten für ihre Kinder viel erreichen und scheitern an ihren eigenen Ansprüchen, viele gehen auch gerichtlich gegen die Entscheidungen von den Ämtern vor) und beispielsweise die Gutachter (häufig fordert der Richter ein "Erziehungsfähigkeitsgutachten" an, um sich und seine Entscheidung abzusichern – der Gutachter muss also das Kind, die Eltern und Verwandten, jeden einzeln und im Verbund in den unterschiedlichen Situationen beobachten, testen, beurteilen, das dauert – wenn es gründlich gemacht wird – ungefähr ein halbes Jahr).
An so einer Entscheidung FÜR das Kind sind Viele beteiligt (am wenigsten das Kind).
Nun haben wir überlegt, wo kann man denn ansetzen, damit es schneller entschieden werden kann? Wenn ein Richter einen zweiten Kollegen bekommt, hat jeder anstatt 80 "Fälle" nur noch 40 – da hat man doch schon mehr den Kopf frei. Bei den Jugendamtsmitarbeitern sieht es ähnlich aus. Sie können noch so bemüht sein, auch ihr Tag hat nur 24 Stunden! Gäbe es von diesen Menschen mehr, wäre die Lage für ein Kind doch schon wesentlich entspannter.
An einem guten Gutachten und an den unterschiedlichsten Herkunftsfamilien kann man nicht drehen. Vielleicht gelingt es ja so, dass die Kinder – um die es doch geht – auch in den Blickpunkt kommen.
Ihr Wohl, ihre Rechte sollten bedacht und gestärkt werden. Es kann nicht der Sinn sein, dass ein Kind über Monate (oder Jahre!) auf einem "Sprungbrett" steht, bis geklärt ist: wer lässt das Wasser ins Becken des Lebens und wie weit wird der Hahn aufgedreht? Das Kind steht frierend oben und wartet auf den Absprung in das warme umhüllende Wasser.
Gab es einen Auslöser, der dazu geführt hat, dass du diese Online-Petition ins Leben gerufen hast?
Ja, wir haben bei unserem Träger regelmäßige Treffen mit den anderen Bereitschaftspflegefamilien. Dort tauschen wir uns aus über Anliegen, Probleme, Freud und Leid. Letztes Jahr gab es zwei Familien, die Kinder schon weit über ein Jahr hinaus bei sich hatten (ein Kind wurde nach 23 Monaten!!! in eine Dauerpflegefamilie vermittelt). Es wurde "im Rudel" geklagt: "es ist so nervenzehrend", "man kann nichts tun", "man steht nur hilflos wartend daneben"...
Da hat es bei mir "pling!" gemacht – gibt es wirklich NICHTS, was man tun kann?! Naja, und dann kam mir die Idee mit der Petition.
Was ist dein Ziel, was möchtest du erreichen? Gab es schon Teilerfolge? Positives Feedback aufgrund deines Appels an die Jugendämter: Schnelle Entscheidungen für das Kindeswohl?
Ich möchte unterm Strich etwas FÜR die Kinder ändern. Bei der Petition habe ich mir das Ziel "50.000 Unterzeichner" gesetzt.
Eigentlich nicht viel – wenn man bedenkt, wie viele Kinder es in Deutschland gibt, wie viele dazugehörige Eltern, Tanten, Onkel und Großeltern. Das geht doch Alle etwas an! Wer geht an einem Kind vorbei, das gerade auf die Nase gefallen ist? Niemand (hoffe ich)! Aber für Kinder, denen viel Schlimmeres als eine Schramme widerfährt, setzt sich nur eine "Handvoll" Menschen ein. Warum? Kinder haben keine Lobby!
Ich denke, dass die Petition ein Anfang sein kann. Unsere Gesellschaft muss sich wieder mehr auf ihre Kinder besinnen! Sie sind unsere Zukunft! Was sagt es über eine Gesellschaft aus, in der im Jahr 2017 über 60.000 Kinder in Obhut genommen wurden?
Warum dauert es so lange, bis für die Zukunft eines Kindes eine Entscheidung gefällt werden kann? Eine Kindheit ist endlich!
Ich habe schon sehr viele positive Rückmeldungen bekommen, Zuschriften, Mails, Gespräche... (Viele auch mit Ideen, wie die Petition noch "erweitert" werden kann, gute Ideen, wirklich! Aber es muss erst einmal ein Anfang gemacht werden...) Die SPD-Ortsfraktion hatte mich eingeladen, um mich anzuhören und wird eine Anfrage über die Kreisfraktion einreichen. Zeitungen haben oder werden über die Petition berichten – ich habe schon einige Kontakte mit anderen Pflegeeltern vermittelt, die mit Journalisten ihrer lokalen Presse reden (werden).
Ansonsten nehme ich vermehrt wahr, dass das Thema in der Politik ankommt (und da ist vermutlich nicht meine Petition ausschlaggebend): die Anfrage der LINKEN im Bundestag zur Situation des Pflegekinderwesens oder eine Kampagne, die das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend in Auftrag gegeben hat, um festzustellen, wo der Schuh in der Kinder- und Jugendhilfe drückt (da wurde die Basis in der Erarbeitung mit einbezogen! Mitreden – mitgestalten).
Das macht Mut, dass etwas geschieht – nicht nur geredet wird.
Liebe Tabea, wir alle sollten uns für die schwächsten Mitgliedern unserer Gesellschaft einsetzen. Meine Stimme hast du. Gibt es noch etwas was ich für dich tun kann, außer diesen Beitrag mit meinen Lesern zu teilen. Wie können wir alle dein Vorhaben unterstützen?
Na, als erstes natürlich die Petition unterzeichnen und weiter unters Volk bringen (WhatsApp, Facebook, Mail, Unterschriftenlisten – alles ist heutzutage möglich).
Vielleicht fühlt sich der Ein oder Andere auch berufen, selbst etwas zu TUN für Kinder (nicht nur unterschreiben, teilen oder spenden).
Nicht nur die Jugendämter würden sich freuen über neue Bewerber als (Bereitschafts-)Pflegefamilie, auch Kindergärten freuen sich über Lesepaten, Schulen über Bibliotheksmitarbeiter, Sportvereine über Waschmaschinen, die dreckige Trikots waschen.
Das, was man mit Kindern erlebt und teilt, bereichert ungemein! Also: nur Mut!
Deine Stimme zählt – so gelangst du zur Petition
Du möchtest die Petition durch deine Stimme unterstützen? Folge hierzu bitte diesem Link "Schnellere Entscheidungen für das Kindeswohl – Online-Petition"

Quelle: Mamablog

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"Leben ist Zeichnen .... ohne Radiergummi "

Reply Edited on 05/06/2019 09:19 AM.

Kuddel
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Presseartikel einstellen

from Kuddel on 05/02/2019 07:55 AM

Denkt bitte alle an das Copyright! Deshalb unbedingt immer die Quellenangabe am Ende des Post.
Geht wie nachfolgend beschrieben vor, dann passt´s

 

1.) Wählt eine dem Artikel angemessene Überschrift als Thematitel.

2.) Kopiert den Text und fügt ihn als Beitrag ein.

3.) Gebt die Quelle unbedingt an! Artikel ohne Quellenangabe werden unverzüglich gelöscht.

4.) Der Moderator wird auf die Einhaltung dieser Regeln achten und ggf. moderierend oder auch löschend eingreifen.

Ich komme wieder, keine Frage

Reply Edited on 05/02/2019 04:49 PM.

Kuddel
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Mehr Pflegekinder - aber warum?

from Kuddel on 05/02/2019 07:16 AM

Seit Jahren steigt die Zahl von Kindern und Jugendlichen in Pflegefamilien. Was das zu bedeuten hat, darüber sind sich Opposition und Regierung jedoch uneins.

Es ist wie so oft im Berliner Politbetrieb: Ein und dieselben Zahlen werden sehr unterschiedlich interpretiert. Norbert Müller von der Linksfraktion, der bei der Bundesregierung nachgefragt hatte, sieht die Entwicklung negativ. Mehr als 81.000 Kinder und Jugendliche in Pflegefamilien, so viele wie noch nie - und ein Drittel mehr als 2008. Da ergäben sich viele Fragen, meint Müller. Vor allem, wenn man dann noch wisse, dass der Großteil dieser Kinder aus finanziell schwachen Verhältnissen komme und mehr als Hälfte aus Alleinerziehenden-Haushalten:

 

"Sollte es gesellschaftlich akzeptiert sein, dass Kinder, weil sie arm sind, ein höheres Risiko haben, fremd untergebracht zu werden und nicht bei ihren Eltern bleiben zu können? Gibt es möglicherweise unterschiedliche Standards, werden möglicherweise Kinder aus armen Familien eher fremd untergebracht, als ein Kind aus einer Akademikerfamilie, wo es aber vielleicht einen vergleichbaren Fall gibt?"

Die Bundesregierung interpretiert die Zahlen ganz anders. Nach vielen Debatten über schreckliche Fälle von Kindesmissbrauch sei die Gesellschaft jetzt sensibler, schaue besser hin, die Jugendämter machten gute Arbeit, sagt Andreas Audretsch, Sprecher im Familienministerium:
"Wenn wir daraus am Ende die Situation ableiten, dass die Jugendämter mit mehr Fällen umgehen, weil wir eine höhere Meldung haben von problematischen Fällen in Familien, dann ist das für uns erstmal eine positive Entwicklung."

Der Linken-Abgeordnete Müller wirft der Bundesregierung vor, ärmere Menschen und Alleinerziehende systematisch auszugrenzen und zu benachteiligen. Seine Schlussfolgerung: Kinderarmut bedeute strukturelle Kindeswohlgefährdung, aber die Verantwortung dafür trügen nicht die Eltern, sondern die Regierung:

 

"Wenn man davon ausgeht - und das tue ich - dass arme Familien genauso liebevoll und verantwortlich mit ihren Kindern umgehen, möglicherweise aber in besonders schwierigen Situationen sind, dann ist es doch eine gesellschaftliche Aufgabe, diese Familien besser zu unterstützen, bevor Kinder aus Familien herausgenommen werden müssen."

Müller erzählt vom Fall einer jungen Mutter, die das dritte Kind vom dritten Freund bekam und der das Jugendamt das Baby sofort wegnahm und in eine Pflegefamilie gab - mit der Begründung, sie habe ganz offensichtlich ihr Leben nicht im Griff. Solche Fälle will Müller verhindern.
Die Bundesregierung betont, wie viel sie für ärmere Familien und Alleinerziehende tue. Ministeriumssprecher Audretsch nennt unter anderen die Erhöhung des Kinderzuschlags und die automatische Befreiung von Kita-Gebühren:

 

"Was für viele Familien zur Folge hat, dass das schnell viele 100 Euro im Portemonnaie ausmachen kann. Das heißt: Wir adressieren diese ganze Frage der Sozialpolitik und der Kinderarmut sehr, sehr intensiv."

Neben den gut 81.000 Kindern und Jugendlichen in Pflegefamilien sind weitere knapp 100.000 Kinder in Heimen untergebracht. Die Entscheidung, welche Form der Unterbringung gewählt wird, hängt allein vom Kindeswohl ab, beteuert die Bundesregierung. Die Linke befürchtet dagegen, die Entscheidung werde teilweise nach Kassenlage getroffen, weil die Unterbringung im Heim deutlich teurer ist. 2017 betrugen die Kosten für Pflegekinder in Familien 1,2 Milliarden Euro, die Kosten für Heimkinder fünf Milliarden Euro.

 

Aus den vorliegenden Zahlen lässt sich allerdings keine Präferenz für Pflegefamilien herauslesen: Seit 2008 sind die Fallzahlen der Heimunterbringung prozentual stärker gestiegen als die der Pflegefamilien. Allerdings melden die Bundesländer auch regelmäßig, dass Pflegefamilien händeringend gesucht werden. Positiv bewertet Linken-Politiker Müller, dass die Bundesregierung einen Dialogprozess gestartet hat, um die Kinder- und Jugendhilfe zu reformieren. Allerdings bleibe hier noch sehr viel zu tun, sagt er.

Quelle: Tagesschau.de

Ich komme wieder, keine Frage

Reply Edited on 05/05/2019 06:52 PM.

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